Argumentationshilfe für IT-Selbstständige: So kontern Sie Politiker-Aussagen
Selbstständige in Deutschland stehen oft vor politischen Hürden – von Bürokratie bis Ungleichbehandlung. Hier eine praxisnahe Liste gängiger Politiker-Argumente mit Argumentationshilfen. Jeder Punkt adressiert ein typisches Vorurteil und liefert faktenbasierte Nachfragen oder Diskussionspunkte.
Union blockiert durch Koalitionspartner?
Argument (Unions-)Politiker: „Wir wollten Positivkriterien/SFV reformieren/Scheinselbstständigkeit abschaffen, aber der Koalitionspartner blockiert.“
- Themen wie Startups/Gründungen/“Once-Only“/Entbürokratisierung liegen bei der Union – nutzen Sie den Druck aus dem Wirtschaftsministerium, um echte Änderungen zu erzwingen.
- Warum dieses „kostenlose Konjunkturpaket“ nicht mitnehmen, das Selbstständige stärkt?
- Welche Priorität haben Selbstständige? Nachfragen zwingt zu Dialog. Welche Interessen stehen Selbstständigeninteressen entgegen?
Einfach anstellen lassen?
Argument Politiker: „Selbstständige können sich einfach anstellen lassen/in ANÜ arbeiten, um Scheinselbstständigkeit zu umgehen.“
- Zeigt Unkenntnis der Lebensrealität: Politik ignoriert Risiken, Bürokratie und fehlende Nachfolger für Selbstständige.
- Widersinnig, Tätigkeit formal zu ändern nur für Rechtsicherheit – fördert Umgehungskonstrukte und kompliziert das System statt zu entbürokratisieren.
- Speziell große Auftraggeber: Bei Klagen vor Sozialgerichten (inkl. Haftung von Auftraggebern) werden keine Aufträge mehr vergeben.
- Gesellschaftlich kontraproduktiv: Staat braucht Mittelstand, Handwerk, Freie Berufe – „Anstellen lassen“ signalisiert, Selbstständigkeit sei unerwünscht. Selbstständige sind keine Erwerbstätigen zweiter Klasse!
Kein Scheinselbstständigkeits-Problem?
Argument Politiker: „Mehr SPD/BMAS/DRV: Kaum Statusfeststellungsverfahren (nur 10k/Jahr bei Millionen Aufträgen), also kein Scheinselbstständigkeits-Problem.“
- Alle ducken sich weg, keiner initiiert aktiv mehr Verfahren oder Reformen – fehlender politischer Wille schafft das „Nicht-Problem“.
- Zahlen täuschen: Viele Fälle bleiben unentdeckt durch Unterlassung; echte Prävention braucht mehr Ressourcen und klare Kriterien.
- Statt Verfahren zu pushen, fordern Sie systemische Lösungen wie Positivlisten, die echte Selbstständige schützen.
Selbstständige sind prekär?
Argument Politiker: „Viele Selbstständige sind prekär und schutzbedürftig.“
- Klischee ignoriert Vielfalt: 4 Mio. Selbstständige, viele im Mittelstand mit stabilen Einnahmen – nicht alle brauchen „Schutz“ wie Angestellte.
- Schutzbedarf differenzieren: Prekäre Selbstständige sollen nicht ausgenutzt werden UND jeder der nicht schutzbedürftig ist, muss in Ruhe arbeiten können.
- Wer vorsorgefähigkeit oder Vorsorge auf einfache / digitale Weise nachweisen kann sollte von Bürokratie verschont bleiben.
Arbeiten freiwillig – kein Bedarf?
Argument Politiker: „Selbstständige arbeiten freiwillig, kein Bedarf für Förderung.“
- Auch Angestellte arbeiten produktiv länger – warum dann Unterschied?
- Motivation wird unterschätzt: Viele Selbstständige arbeiten aus Not (niedrige Rente), nicht Freiwilligkeit.
- Gerade längeres Engagement von Selbstständigen ist besonders berechtigt, da sie System länger finanzieren.
Tipp für den Einsatz: Gerne weitergeben. Nutze sie in Bürgergesprächen, E-Mails an Abgeordnete oder Petitionen. Bleibe sachlich, frage nach – das zwingt zu Antworten!



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